15:29 03.08.2009 - Regionaler Fremdenverkehrsverband Vorpommern e.V.
Emotionales Geschichtserlebnis im Bunker 302 - Ein Museum der dramatischen Art in Vorpommern
Gruselig ist es, dunkel und kalt. Im Bunker 302 im vorpommerschen Eichenthal zwischen Bad Sülze und Tribsees zeugen aufregend inszenierte Überreste einer militärischen Kommunikationsanlage von einer noch unbekannten Vergangenheit der ehemaligen DDR. Der Bunker wurde von 1983 bis 1986 erbaut und bis kurz nach der Wende militärisch genutzt. Dicke Mauern und ausgeklügelte Spitzentechnologie und Sicherheitssysteme sollten die Funktionsfähigkeit der Nachrichtentechnik auch im Fall eines nuklearen Angriffs ermöglichen. Seit 2006 ist der zwischenzeitlich geflutete und wieder trocken gelegte Bunker ein Denkmal geschütztes militärhistorisches Mahnmal gegen Wettrüsten und Krieg.
Es gilt sich physisch und psychisch warm anzuziehen. Denn bei Sommers wie Winters konstanten zehn Grad Celsius erfahren die Besucher Enge und Beklemmung in labyrinthischen Gängen, zwischen klopfenden Rohren, brummenden Maschinen und technischen Geräten. Der Museumsführer leitet die Gäste 45 bis 60 Minuten lang durch eine Kulisse eingeblendeter Geräusche, blinkender Lichteffekte, Fontänen aus Dampf und originalgetreuen Lautsprecherdurchsagen. Auf unheimliche und beeindruckende Weise erleben die Teilnehmer eines Rundgangs hautnah die Simulation eines Atomschlags inklusive begleitender Filmsequenzen, lautem Knall, umstürzendem Mobiliar und vibrierendem Boden. Schwangere und Menschen mit Herzschrittmacher sind bei diesem Teil der Inszenierung nicht zugelassen.
Warum sollte man sich im Urlaub an der schönen Ostseeküste solch einen Gruseltripp antun? Es ist beeindruckend und äußerst lehrreich. Der Erfinder und Betreiber des Museums Götz Thomas Wenzel ist erklärter Pazifist und freischaffender Künstler. „Gerade Jugendliche zwischen zwölf und 18 Jahren kann man häufig nur mit extremen und schockierenden Erlebnissen wirklich erreichen“ ist er überzeugt. Der 52-jährige ist für alle Fragen offen, die sich nach dem Rundgang ergeben und versteht es, mit Engagement und persönlicher Überzeugung dieses einmalige Museum zum Leben zu erwecken.
Wer sich für Technik und deutsch-deutsche Geschichte interessiert, wird im Bunker 302 einiges erfahren. Der emotionalen Wirkung des Bunkers kann sich niemand entziehen. Alles was man braucht sind feste Schuhe und eine warme Jacke. Noch mehr Grusel bieten Mitternachts- und Taschenlampenführungen.
Für Kinder unter zwölf ist der Bunker 302 nicht geeignet. Der Eintritt ohne Begleitung ist erst ab 14 Jahren gestattet. Die Führungen finden auf Deutsch und nach Voranmeldung auch in englischer Sprache statt.
Geöffnet ist von April bis Oktober jeweils montags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr. Von November bis März immer am Samstag und Sonntag von 10 bis 16 Uhr oder nach Vereinbarung.
Kontakt: Bunker 302, Tel.: 49-(0)8320 – 649866, Fax: 49-(0)38320 – 649867, e-mail: eichenthal@bunker-302.de, internet:
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Vorpommern liegt an der Ostsee, hat Strände und schöne Gewässer und zeichnet sich durch gesunde Natur, Ruhe und Weite aus. Baden und Strand – Flüsse und Land sind neben Städten und Ausflügen die beiden großen Themen im Tourismus. Backsteingotik und die Nähe zu Polen und Skandinavien prägen die Region. Der Regionale Fremdenverkehrsverband Vorpommern vertritt 17 Mitglieder im Nordosten Deutschlands, Landkreise, Kommunen, Vereine und hat sich für Unternehmen geöffnet. Über ein Onlinebuchungssystem vermittelt der Verband Unterkünfte und gibt zudem jährlich ein Gastgeberverzeichnis heraus. Weitere Druckerzeugnisse, Veranstaltungen, Beratung, Klassifizierung, Projektmanagement und Wirtschaftsförderung sind außerdem Bereiche, in denen der Verband tätig ist.